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18 Mär 2019

Stellungnahme zum Terroranschlag in Neuseeland vom 15.03.2019

Die Europäische Gemeinschaft der Religionen – Im Dialog e.V. verurteilt den menschenverachtenden Anschlag in Neuseeland vom 15.03.2019. Weiterhin möchten wir den Hinterbliebenen der Opfer unser aufrichtigstes Beileid ausdrücken und wünschen zudem der neuseeländischen Nation viel Kraft und Durchhaltevermögen.

Auch möchten wir klarstellen, dass Terroranschläge wie dieser einem extremistischen Gedankengut entspringen, welches in keiner Religion zu finden ist. Die Religionen dieser Welt beinhalten allesamt Nächstenliebe und sozialen Frieden und lehnen zudem jegliche Gewalt gegen Unschuldige ab. So unterstreichen Verbrechen wie diese die Notwendigkeit der Einheit der Religionen. Auch praktisch konnten wir beobachten, dass Anhänger der Religionen weltweit aufgestanden sind und gemeinsam gegen diese Unmenschlichkeit Hand in Hand demonstriert haben.

Ebenfalls erkennen wir daraus, dass Terror nicht etwa von einer Nationalität oder Religion per se ausgeht. Entscheidend für solche Handlungen ist lediglich Hass. Dieser Hass und der daraus entspringende Extremismus müssen im Kern bekämpft- und aus den Köpfen der Menschen entfernt werden. Dies ist eine Aufgabe, die in jeder Gesellschaft ausgeführt werden muss, unabhängig von Nationalität oder Religion.

Des Weiteren möchten wir den Einsatz der neuseeländischen Premierministerin, Frau Jacinda Ardern, loben. Ihre Reaktionen und Handlungen nach diesem Anschlag sind ein Zeichen für Menschlichkeit und die Einheit der Religionen. Auch hat sie ihre Pflicht als Staatsfrau durch ihren Einsatz bis aufs äußerste erfüllt und hat den Muslimen weltweit Trost gespendet und ein Gefühl von Anerkennung gegeben.

An dieser Stelle möchten wir zudem drauf aufmerksam machen, dass das neuseeländische- und das irakische Volk nun eine traurige Gemeinsamkeit aufweisen. Das irakische Volk ist seit Jahrzehnten Opfer von feigen Terroranschlägen und menschenverachtenden Verbrechen. Dieser jüngste Anschlag durch diesen feigen und niederen Verbrecher in Neuseeland entspringt demselben Gedankengut wie bspw. das Massaker von Camp Speicher im Jahr 2014 durch den IS. In beiden Fällen wurden unschuldige Zivilisten mit Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit konfrontiert und ermordet. So gilt es Lehren aus diesen Verbrechen zu ziehen und die Ursachen dieser zu bekämpfen.

So hoffen wir auf Frieden nicht bloß für das neuseeländische- oder das irakische Volk, sondern für die gesamte Weltbevölkerung. Wir selbst tun alles in unserer Macht Stehende, um zum Frieden in der Welt beizutragen. Daher werden wir uns auch weiterhin im Interreligiösen Dialog und der Völkerverständigung engagieren, um gegen Faschismus und Extremismus vorzugehen und die Menschheit zu vereinen.

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