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Europäische Gemeinschaft der Religionen – Im Dialog e.V.

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2019-10-21 08:40
01 Okt 2019

„Wir müssen alle zusammen kommen um zu rufen, dass Frieden keine Grenzen hat“ - die Nachricht von Papst Franziskus zu „Frieden ohne Grenzen“

„Wir müssen alle zusammen kommen um zu rufen, dass Frieden keine Grenzen hat“ - die Nachricht von Papst Franziskus zu „Frieden ohne Grenzen“

„Mit Freude und Dankbarkeit grüße ich Kardinal Carlos Osoro Sierra, Erzbischof von Madrid und Sie alle, Vertreter von Kirchen und christlichen Gemeinschaften und der Weltreligionen, die Sie sich in Madrid für das 33. Treffen zum Friedensgebet versammelt habe, welches von der Gemeinschaft Sant’Egidio  gemeinsam mit dem Erzbistums Madrid organisiert wurde. Es ist eine Quelle des Glücks den Marsch des Friedens zu sehen, welcher nach dem Welttag des Gebets des Friedens begann, welcher von St. John Paul II. In Assisi im Oktober 1986 beordert wurde, und er wurde bisher nie unterbrochen, sondern eher dauert er an und wächst in der Anzahl von Teilnehmern und in seinen guten Früchten. Dieser Marsch ist durch Länder und Städte gereist um die Stärke des Geistes von Assisi zu bezeugen, welches das Gebet zu Gott und die Förderung des Friedens unter den Menschen.

Dieses Jahr erreicht seine Reiseroute Madrid um das Thema „Frieden ohne Grenzen“ zu reflektieren. Der Verstand fliegt in die Vergangenheit, dreißig Jahre zurück, als in Berlin die Mauer im Herzen Europas fiel und damit die Spaltung des Kontinents, welche so viel Leid verursachte, wurde ein Ende gemacht. Von Berlin bis Osteuropa, wurden neue Hoffnungen für den Frieden an diesem Tag entzündet, welche sich dann auf die ganze Welt verbreiteten. Es war in der Tat ein Gebet des Friedens von vielen Söhnen und Töchtern Gottes, welche dazu beitrugen um den Fall der Mauer zu beschleunigen. Vielmehr erinnert uns die biblische Geschichte von Jericho, dass die Mauern fallen wenn sie durch Gebete statt durch Waffen belagert werden, mit dem Verlangen nach Frieden und nicht nach Eroberung, wenn wir für eine gute Zukunft für alle Träumen. Aus diesem Grund ist es notwendig konstant zu beten und mit den Perspektiven des Friedens in Dialog zu treten: die Früchte werden kommen! Lasst uns nicht verängstigt sein, denn der Herr erhört das Gebet seiner gläubigen Leute!

Leider haben wir über die ersten zwei Dekaden des 21. Jahrhunderts mit großer Trauer das Verschwenden des Geschenk Gottes welches der Frieden ist bezeugt, welches durch neue Kriege und neue Mauern und neue Barrieren welche errichtet wurden, vergeudet wurde. Nach allem sind wir uns bewusst, dass Frieden kontinuierlich von Generation zu Generation wachsen muss, durch den Dialog, die Begegnung und die Aushandlung. Wenn jemand nach den Guten der Menschen und der Welt sucht, so ist es unlogisch den Raum zuzubinden, die Menschen zu spalten, oder noch schlimmer, sich einander zu bekämpfen und jenen welche bedürftig sind die Gastfreundschaft zu verweigern. In dieser Weise fällt die Welt auseinander, durch das Benutzen derselben Gewalt mit welcher wir die Umwelt verschwenden und unser gemeinsames Haus beschädigen, welches stattdessen Liebe, Fürsorge und Respekt benötigt, sowie die Menschheit nach Frieden und Brüderlichkeit ruft. Das gemeinsame Haus trägt keine Mauern welche spalten und Konflikte zwischen seinen Einwohnern erschafft. Eher benötigt es offene Türen welche die Kommunikation erleichtern, die Begegnung und das Zusammenleben in Frieden, während die Unterschiede respektiert werden und die Bunde der Verantwortlichkeit. Der Frieden ist wie ein Haus mit vielen Räumen worin wir alle eingeladen sind zu wohnen. Frieden hat keine Grenzen. Für immer und ohne Ausnahmen. Dies war die Sehnsucht von St. John den 23., welcher in schwierigen Zeiten sich dazu entschied alle Gläubige und Menschen des guten Willen anzusprechen durch das beten für „Frieden in allen Ländern“.

Geehrte Vertreter der Kirchen und der christlichen Gemeinschaften und der großen Weltreligionen, durch diesen Gruß möchte ich euch allen sagen, dass ich auf eurer Seite bin während diesen Tagen und das ich gemeinsam mit euch zu Frieden rufe, vom Einzigen welcher ihn uns geben kann. In den Traditionen dieser internationalen Treffen für Friedensgebete, wie jene in Assisi in 2016 an welcher ich teilgenommen habe - steigt dieses Gebet zu Gott. Wir sind vereint durch ein gemeinsames Gefühl, ohne jegliche Verwirrung. Nebeneinander, ohne Verwirrung! Da das Verlangen nach Frieden gemeinsam ist, jenseits aller Unterschiede, durch die Vielfalt an Erfahrungen und religiösen Traditionen. 

Als Gläubige ist uns bewusst, dass das Gebet das Dach des Friedens ist. Jene welche es praktizieren, sind Freunde Gottes, wie Abraham es war, ein Modell des Menschen mit Glaube und Hoffnung. Das Friedensgebet ist in dieser Zeit gekennzeichnet durch so viele Konflikte und Gewalt, was die uns alle noch mehr vereint, jenseits aller Unterschiede, in der Hingabe zu einer brüderlicheren Welt. 

Wir sind uns darüber bewusst, dass Brüderlichkeit unter den Gläubigen, davon abgesehen das es eine Barriere gegen Feindschaft und Kriege ist, ein Treibmittel zu Brüderlichkeit unter den Menschen ist. In diesem Geiste, habe ich letzten Februar zusammen mit dem Imam von al-Azhar das Dokument über „Menschliche Brüderlichkeit für Weltfrieden und Zusammenleben“ in Abi Dhabi unterschrieben. Und es ist ein wichtiger Schritt in Richtung Weltfrieden. Zusammen gaben wir an, dass „Religionen niemals Krieg antreiben dürfen, hassvolle Einstellungen, Feindschaft und Extremismus, noch dürfen sie niemals Gewalt oder Blutvergießen antreiben“. Ich wünsche dies ebenfalls euch allen anzuvertrauen, welche am Friedensgebet teilnehmen, durch das Vorhaben dieses Dokuments. Der Geist von Assisi inspirierte ebenfalls, 800 Jahre nach der Begegnung des Heiligen Francis und des Sultan, diese Arbeit welche uns zu diesem Event in Abu Dhabi leitete. 

Wir lebe in schwierigen Zeiten für diese Welt. Wir müssen zusammenkommen - ich würde sagen mit einem einzigen Herzen und einer einzigen Stimme - um zu rufen, dass Frieden keine Grenzen hat. Ein Ruf der sich aus unseren eigenen Herzen erhebt. Er ist wahrlich dort, in den Herzen, worin wir Gefühle von Frieden und Brüderlichkeit sähen müssen. 

Geehrte Vertreter der Kirchen und der christlichen Gemeinschaften und der großen Weltreligionen, Männer und Frauen des guten Willens welche an diesem Treffen teilnehmen, die große Aufgabe des Frieden wurde Ihnen übergeben. Möge der Gott des Friedens uns mit einer Fülle Ann Weisheit, Kühnheit, Großzügigkeit und Durchhaltevermögen, bescheren. 

 

FRANCESCO

Vatikan, 13. September 2019

Quelle: hier

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