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Europäische Gemeinschaft der Religionen – Im Dialog e.V.

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2018-12-16 04:29
22 Jun 2018

Wie kann man extremistisches Gedankengut bekämpfen?

Am 08. Dezember 2017 fand eine Veranstaltung in Bagdad zum Thema: "Wie kann man extremistisches Gedankengut bekämpfen?", statt. Diese wurde vom Baghdad International Center for Studies and Peace Building, in Kooperation mit

unserem Verein, der Europäischen Gemeinschaft der Religionen – Im Dialog e.V., organisiert und durchgeführt.

Es nahmen viele namhafte Gäste teil. Darunter waren u.a.: die Botschafter im Irak von Tschechien, Norwegen, Rumänien und Großbritannien, sowie Vertreter des europäischen Parlaments, des irakischen Parlaments, der irakischen Sicherheitsbehörde, der VME Kommission, sowie der Berater des irakischen Ministerpräsidenten. Weiterhin nahmen diverse Wissenschaftler, Diplomaten, sowie Vertreter verschiedener Universitäten teil.

Zu Beginn der Veranstaltung ergriff der Vorstandsvorsitzende des Baghdad Centers, Herr Adnan Shahmani, das Wort. Er begrüßte die Gäste, insbesondere Herrn Daniel Gerlach Geschäftsführer der Candid Foundation und Herrn Alaa Al-Bahadli, den Vorstandsvorsitzenden der Europäischen Gemeinschaft der Religionen – Im Dialog e.V. Er bedankte sich bei Ihnen für das Zustandekommen dieses Treffens und der geleisteten Unterstützung, da diese Veranstaltung ohne sie nicht stattgefunden hätte. Er betonte, dass diese nur die erste Veranstaltung in einer Reihe von vielen sein werde. So wurde gleichzeitig die nächste für 28. Juni 2018 in Berlin angekündigt. In seiner Rede erklärte er auch, dass der Sieg über den IS nicht nur wichtig für Syrien und den Irak sei, sondern für die ganze Welt. Es ginge nun darum, gemeinsam zusammen zu arbeiten um auch das Gedankengut des IS zu besiegen.

Dieser Sieg und diese Befreiung beziehen darauf, dass der IS im Irak offiziell zerschlagen wurde und die Kämpfer sich in alle Winde verteilt haben. Die Wurzel dieser Terrororganisation und ihr extremistisches Gedankengut bestehen aber immer noch. Es sei nun an der Zeit, dass der Irak intensiv mit Europa zusammenarbeite, da sich in der Vergangenheit auch Europäer dem IS angeschlossen hatten. Er selber hat viele Informationen darüber vorliegen, dass es vor allem Jugendliche aus Europa betrifft, die besagte extremistische Gedanken in salafitischen Moscheen eingeflößt bekamen und sich dann auf den Weg nach Syrien oder dem Irak machten. Daher schlug er vor, dass die europäischen Staaten die Moscheen, die salafistisch geprägt seien, stärker kontrollieren sollten. Zum Schluss bedankte er sich nochmals bei Herrn Alaa Al-Bahadli dafür, dass dieser seit acht Jahren Brücken zwischen Irak und Europa, in Bezug auf den Dialog, baut.

Anschließend erhielten jeweils Herr Daniel Gerlach, Geschäftsführer der Candid Foundation und Chefredakteur des Magazins „Zenith“; Herr Sheikh Khaled al-Mullah, Vorsitzender der sunnitischen Gelehrten im Irak und der rumänische Botschafter im Irak, Herr Iacob Prada das Wort. Innerhalb ihrer Beiträge wurde viel über die Probleme des extremistischen Gedankenguts, welches vom IS, ausgeht diskutiert. Es wurde festgestellt, dass nicht lediglich der Irak allein von diesem Problem betroffen ist, sondern auch der Westen. Gerade in Europa liegen zwar viele Studien zu diesem Thema vor, jedoch ist man sich dennoch nicht darüber bewusst, wie Radikalisierungsprozesse funktionieren. Die Möglichkeit zur Präventionsmöglichkeiten gegen radikale Gedanken gestalte sich schwierig. Auch innerhalb dieser Beiträge wurde das Fazit gezogen, dass der Irak und Europa zusammenarbeiten müssen im Kampf gegen den Terrorismus. Denn auch wenn der Irak und Europa geographisch betrachtet getrennt sind, so ist die Gefahr in beiden Gebieten vorhanden. Die Wurzel des Problems und der Kern des Extremismus und der religiös motivierten Gewalt sind die Selben.

Mit Abschluss dieser Rednerbeiträge, fanden zwei Diskussionen statt. Die erste wurde angestoßen vom Berater des irakischen Ministerpräsidenten. Dieser erzählte über das Vorgehen und die zahlreichen Verbrechen des IS. Er gab ebenfalls Informationen dazu wie der irakische Staat darauf reagierte. Weiterhin legte er Zahlen vor, aus denen hervor ging wie viele Mitglieder der IS aus welchen Herkunftsstaaten hatte.

Anschließend stellte Herr Assam al-Assadi, Berater der VME Kommission, verschiedene Veranstaltungen in Belgien, Kanada und Großbritannien vor, über das Thema innere Sicherheit welche er durchgeführt hatte.  Sein Ziel für die Zukunft sei es, stärker mit der Weltgemeinschaft in Kontakt zu treten und über dieses Thema zu referieren. Weiterhin forderte er, dass die Grenzen im Irak stabilisiert und stärker kontrolliert werden müssen.

Danach ergriff Herr Dr. Abduljaber Ahmad, Leiter der politischen Fakultät in der Universität Bagdad, das Wort. Er forderte, dass der Terror und die Gefährlichkeit dieser Leute an Universitäten intensiver erforscht werden müssen. Beispielsweise sollen Studien und Seminare durchgeführt werden um herauszufinden woher diese Gedanken kommen und wie solche grausamen Taten geschehen können.

Daraufhin fand die zweite Diskussion statt. Begonnen hatte Herr Haitham al-Jabury, Vorsitzender des Ausschusses für Finanzen im irakischen Parlament. Dieser diskutierte über die Finanzierung des IS, sowie Geldwäsche und Auslandsfinanzierung. Er behandelte die Frage woher und wie der IS an Geld kam. Er selber sei zuständig dafür gewesen dies zu beobachten und Lösungen dagegen zu suchen. Er arbeitete unter anderem mit Europa zusammen um dies zu unterbinden. Anschließend diskutierte Herr Sayyed Ali al-Alaq, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Religion im irakischen Parlament. Er befasste sich mit dem Thema radikale Gelehrte und Moscheen. Über diese forderte er auch im Irak mehr Kontrolle. Er stellte zudem klar, dass das Parlament im Allgemeinen nicht still sitzt und zu guckt, sondern es auch diesen Extremismus und Radikalismus beobachte und man im Hintergrund an Lösungen arbeite.

Zuletzt ergriff Herr Muhammad Taher al-Timimi, Vorsitzender der Abteilung für Nichtregierungsorganisationen das Wort. Er erklärte die Wichtigkeit dahinter es zu unterbinden, dass sich einfach jede Organisation bilden und registrieren lassen darf. Denn auf diese Weise wurde der IS massiv gestärkt und unterstützt. Er forderte mehr Kontrolle über Organisationen und betonte wie wichtig es sei, dass vor der Zulassung einer Organisation eine umfassende Prüfung der Ziele und Mitglieder geschehen müsse.

Zum Abschluss fand eine Frage- & Antwortrunde statt.

Die Veranstaltung war durch die vorhandene Expertise und sachkundige Beiträge ein voller Erfolg. Doch wichtigster Bestandteil war der Wille zu einer gemeinsamen menschlichen Einheit zwischen dem Irak und Europa. An diesem Tag wurde durch diesen Dialog ein großer Baustein für diese internationale Zusammenarbeit gelegt. Auf diesem soll am 28.06.2018 weiter aufgebaut werden. Die Veranstaltung in Berlin hat zum Thema: „Irak – das neue Herz im Nahen Osten?“.

 

 

 

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